Windenergie

Windenergie ja bitte statt nein danke! Die Nutzung von Windenergie ist ein unverzichtbarer Teil der Energiewende im Kampf gegen die globale Erwärmung und den Klimawandel mit all seinen katastrophalen Folgen. Angesichts von rasant schmelzenden Gletschern, der Eisschmelze auf Grönland und in den Polargebieten wer­den Klimaforscher zunehmend skeptischer, ob der Treibhauseffekt überhaupt noch in den Griff zu bekommen ist. Schon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels weltweit zu beobachten und unsere Kinder und Enkel werden in Zukunft die katastrophalen Folgen auch bei uns zu spüren be­kommen. Aufgrund extremer Niederschläge wird sich z. B. die Hochwassergefahr in den Flussgebieten um das dreifache erhöhen und in der Folge viele Menschen aus ihren Lebensräumen vertreiben. Nahrungs- und Trinkwassermangel, die Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten bis hin zu Völkerwanderungen werden uns auch in Deutschland betreffen (eine sehr sehenswerte Sendung zu dem Thema lief am 19. 01.17 auf PHOE­NIX: Rückkehr der Sintflut, s. Mediathek). Wir alle sind gefordert unseren Beitrag zu leisten, um die Energiewende voranzubringen und damit den Klimawandel positiv zu beeinflussen. Zur Ausweisung von Windenergieeignungsgebieten im Rahmen der Regionalplanung findet zur Zeit ein umfassendes Beteiligungsverfahren statt. Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Verbände sowie Gemeinden und Kreise sind aufgerufen, bis zum 30. Juni 2017 ihre Stellungnahmen zu den jeweiligen Standorten abzugeben. Bereits im Vorfeld dieses Entscheidungsprozesses hat sich gezeigt, dass sich die öffentliche Meinung zum Thema Wind­energie sehr kontrovers entwickelt hat. Initiativen gegen Windenergie, wie z. B. in Kiel und Umgebung, erhalten durch die Berichterstattung in den Medien eine große Öffentlichkeits­wirksamkeit. Angeblich rufen Windenergieanlagen gesundheitliche Gefährdungen hervor, wobei neben dem Lärm vor allem mit dem tieffrequenten Infraschall argumentiert wird. Gerne werden in diesem Zusammenhang auch die Verfassungsbeschwerden von zwei Ju­risten zitiert, wie jüngst in der Januarsitzung des Umwelt- und Wegeausschusses. Diskussionen zur Windenergie sind emotional sehr aufgeladen, Berichterstattungen unvollständig und einseitig, was eine sachliche Auseinandersetzung nahezu unmöglich macht. Berichte über wissenschaftliche Untersuchungen, die fundiert und ausgewogen über mögliche gesundheitliche Gefahren aufklären, sucht man in der Tagespresse vergebens. Auch im Netz sind fachlich begründete Informationen schwer zu finden. Dort sind Beiträge von Windkraftgegnern an ers­ter Stelle präsent, was fälschlich den Eindruck größerer Wichtigkeit vermittelt. Aktuelle umfassende und verständliche Informationen, die zur Versachlichung der Diskussion beitragen können, findet man dagegen in Veröffentlichungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de ) und des Umweltbundesamtes (https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit) zu den Themen: Tieffrequente Geräusche incl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen – Bericht über Ergebnisse des Messprojekts 2013 – 2015 Fragen und Antworten zu Windenergien und Schall – Behauptungen und Fakten, November 2016 Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen, 2016 Für das Gelingen der Energiewende ist der weitere Ausbau der Windenergienutzung an Land unbestreitbar alternativlos. Jedoch darf der Ausbau nicht zu Lasten der Gesundheit der Bevölke­rung, von Umwelt und Natur gehen. Werden gesundheitliche Belastungen durch Windenergieanlagen tatsächlich festgestellt, müssen sie selbstverständlich genauer erforscht werden. Entsprechende Untersuchun­gen haben allerdings einen entscheidenden Zusammenhang zwischen der subjektiven Einstellung zur Windenergie und dem Auftreten von Krankheitssymptomen ergeben. Aktu­ell gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung die belegt, dass der Infraschall unmittel­bar zu gesundheitlichen Belastungen führt. Das Umweltbundesamtes stellt fest: „Die Nutzung der Windenergie ist nach derzeitigem Wissensstand auch nach Einbezug gesundheitlicher Aspekte eine geeignete Alternative. Nichtsdestotrotz sollte der Ausbau der Windenergie wissenschaftlich kritisch begleitet werden, um bei Erkennung möglicher Risiken frühzeitig und adäquat reagieren zu können.“ Dies gebietet allein schon Artikel 2 des Grundgesetzes, nach dem der Staat seiner Schutz- und Vorsorgepflicht nachkommen muss. Als Grüne plädieren wir dafür, dass die Gemeinde Flintbek der Ausweisung des Windener­gieeignungsgebietes uneingeschränkt zustimmt, zumal die Grenzen des Gebietes die Pläne der Gemeinde zur Siedlungsentwicklung in keiner Weise beeinträchtigen. Allerdings halten wir es für sehr wichtig, Flintbeker Bürgerinnen und Bürger in die Planungs- und Genehmigungsphase einzubezie­hen und die Abläufe so zu planen, dass in der Bauphase möglichst wenig Belästigungen auftreten. Bernd Kernke-Robert

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